Die Norwegian Prima eröffnete 2022 eine neue Schiffsklasse und markierte damit den deutlichsten Kurswechsel, den Norwegian Cruise Line in den vergangenen zwei Jahrzehnten vollzogen hat. Mit 143.535 BRZ und 3.195 Gästen fällt sie bewusst kleiner aus als die Breakaway-Plus-Schiffe, die ihr vorausgingen — bei nahezu gleicher Besatzungsstärke von 1.506 Personen.
Dieses Verhältnis ist der eigentliche Punkt: Wer von einem größeren NCL-Schiff kommt, merkt den Unterschied vor allem an den Wegen. Weniger Anstehen am Buffet, mehr Platz an der Reling, ruhigere Bereiche am Nachmittag. Die Prima-Klasse zielt nicht auf Rekorde, sondern auf ein großzügigeres Raumgefühl.
Prägend ist der Ocean Boulevard, ein umlaufendes Außendeck, das komplett um das Schiff führt. Wo andere Neubauten die Außenkante mit Kabinen zubauen, gibt die Prima sie den Gästen zurück — mit Infinity-Pools, die über die Bordwand hinausragen, Bars im Freien und Sitzgelegenheiten mit direktem Blick aufs Wasser. NCL hat dieses Konzept anschließend für alle Folgeschiffe übernommen.
Dazu kommen Attraktionen, die man auf einem Schiff dieser Größe nicht erwartet: die dreistöckige Kartbahn Prima Speedway und die höchste freistehende Rutsche auf See. Die Prima eignet sich für Reisende, die moderne Architektur und Deck-Attraktionen schätzen, ohne auf einem der ganz großen Schiffe unterwegs sein zu wollen.